Es steht in meinem Regal und ist schon abgenutzt. Ich weiß schon nicht mehr, wie viele Male ich es in den Händen hielt und es las...
Peter Rosegger ist ein Heimatdichter, der mein Herz mit seinen Werken berührte.
Da beschloss ich einen Sommer, das ich mir seine Waldheimat selbst ansehe, von der ich in seinen Büchern schon so vieles gelesen hatte.
Ich fuhr über den Semmering, vorbei an Spital, und stieg in Mürzzuschlag um bis nach Krieglach. Dort wurde ich von meiner Unterkunft abgeholt, denn es fährt kein Zug nach Alpl. Aus den Häusern und Feldern wurde immer mehr Berg und Wald. Bald erreichten wir Alpl.
Mein Herz blieb stehen. Hier lebte einst Peter Rosegger.
In meiner Unterkunft wurde ich sehr warm und herzlich willkommen geheißen. Ich hatte ein Appartement im Gästehaus "Zur Waldschule" und fühlte mich unheimlich wohl, sodass am Ende meiner kurzen Reise gar nicht mehr weg wollte.
Am Tag meiner Ankunft sah ich mir die Gegend hier an. Ich ging den Waldweg hinauf, kam an einem Haus mitten im Wald vorbei, sah aber keine Menschenseele.
Ich kehrte zurück, denn ich hatte großen Hunger und suchte nach einem Wirtshaus. So ging ich zum Schlagobersbauer.
Ich ging an der Straße zuerst entlang, wo ich herzlich von den Kühen an der Weide daneben begrüßt wurde. Immer, wenn ich vorbei kam, stießen sie ihre Laute von sich, bis ich nicht mehr in Sichtweite war.
Dann führte mich der Weg durch einen Weg den Berg hinauf, so dass ich, bei meiner schwachen Kondition, bald außer Atem kam.
Ich blieb immer wieder stehen, um diese Stille des Waldes auf zunehmen. Es war einfach wunderschön. Als ich oben abgekommen war, blieb ich auf einer Bank neben einer anderen Weide sitzen und genoß den Ausblick. Berge und Wälder weit und breit.
Bevor die Sonne ganz hinter den Bergen verschwand, ging ich noch zur Heldenkapelle. Diese wurde auf Wunsch Roseggers gebaut und stellt ein Andenken an die Gefallenen Alpler im ersten Weltkrieg dar.
| Heldenkapelle |
Von dort oben hatte ich eine unglaubliche Aussicht. Ich hörte den Bach rauchen, stand beinahe auf einer Ebende mit den Bergen gegenüber von mir, und sah sie anderen drei Häuser an der Straße an. Alpl, wo ich war, war ein sehr kleiner Ort. Aber die Ruhe, die ich dort erlangte, war unglaublich.
Als Stadtmensch war es für mich sehr ungewohnt ich völliger Dunkelheit zu nächtigen. Ich war es gewohnt die Straßenbeleuchtung als Nachtlicht zu haben, so dass ich die erste Nacht etwas unruhig schlief.
| Waldschulhaus |
Als erstes besuchte ich das Waldschulhaus, welches Rosegger erbauen ließ. Ihm war wichtig, dass die Kinder in Alpl eine Schuldbildung erhielten. Nach jahrelangen Bemühungen war es ihm endlich gelungen, diese Schule zu errichten. Er selbst war dort nie als Lehrer tätig, doch wurde für ihn ein eigenens Zimmer im oberen Stock errichtet. Dort verweilte er, wenn er in Alpl war.
Anschließend trieb es mich zum Kluppeneggerhof, wo der Heimatdichter aufgewachsen ist. Der Weg hinauf war für mich atmeraubend, einerseits aufgrund dem stillen und schönen Wald, aber andereseits weil ich mich auf seinen Spuren begab. Als ich sein Haus aus der Ferne erblickte, entlockte er mir ein Lächeln.
Es war als ginge ich einer Geschichte, die real geworden ist. Nach all der Zeit, in der ich seine Werk "Als ich noch der Waldbauernbub gewesen" gelesen hatte, war es unbeschreiblich, als ich dort war.
Dieses Gefühl war unglaublich.
| Kluppeneggerhof, Peter Roseggers zu Hause |
Ich blickte aus einem der Fenster, aus der wohl auch Peter Rosegger einst geblickt hat...
Meine Reise war nur sehr kurz, jedoch hat sie mich sehr bewegt. Ich bin ein Jahr später noch einmal hingefahren, denn ich hatte Sehnsucht nach diesem Ort.
Ich bin sehr beeindruckt, was Peter Rosegger alles erreicht hat und bewundere ihn dafür.
Peter Rosegger, Heimatdichter aus Alpl.
