Griaß eich!

Sonntag, 2. April 2017

Alpl

Es war Nikolaus, da bekam ich ein Buch, von welchem ich nicht dachte, es würde mein Leben so verändern. Es trug den Titel "Als ich noch der Waldbauernbub war". 
Es steht in meinem Regal und ist schon abgenutzt. Ich weiß schon nicht mehr, wie viele Male ich es in den Händen hielt und es las... 



Peter Rosegger ist ein Heimatdichter, der mein Herz mit seinen Werken berührte. 
Da beschloss ich einen Sommer, das ich mir seine Waldheimat selbst ansehe, von der ich in seinen Büchern schon so vieles gelesen hatte. 

Ich fuhr über den Semmering, vorbei an Spital, und stieg in Mürzzuschlag um bis nach Krieglach. Dort wurde ich von meiner Unterkunft abgeholt, denn es fährt kein Zug nach Alpl. 
Aus den Häusern und Feldern wurde immer mehr Berg und Wald. Bald erreichten wir Alpl. 

Mein Herz blieb stehen. Hier lebte einst Peter Rosegger.

In meiner Unterkunft wurde ich sehr warm und herzlich willkommen geheißen. Ich hatte ein Appartement im Gästehaus "Zur Waldschule" und fühlte mich unheimlich wohl, sodass am Ende meiner kurzen Reise gar nicht mehr weg wollte. 

Am Tag meiner Ankunft sah ich mir die Gegend hier an. Ich ging den Waldweg hinauf, kam an einem Haus mitten im Wald vorbei, sah aber keine Menschenseele. 
Ich kehrte zurück, denn ich hatte großen Hunger und suchte nach einem Wirtshaus. So ging ich zum Schlagobersbauer.
Ich ging an der Straße zuerst entlang, wo ich herzlich von den Kühen an der Weide daneben begrüßt wurde. Immer, wenn ich vorbei kam, stießen sie ihre Laute von sich, bis ich nicht mehr in Sichtweite war. 
Dann führte mich der Weg durch einen Weg den Berg hinauf, so dass ich, bei meiner schwachen Kondition, bald außer Atem kam. 
Ich blieb immer wieder stehen, um diese Stille des Waldes auf zunehmen. Es war einfach wunderschön. Als ich oben abgekommen war, blieb ich auf einer Bank neben einer anderen Weide sitzen und genoß den Ausblick. Berge und Wälder weit und breit.

Bevor die Sonne ganz hinter den Bergen verschwand, ging ich noch zur Heldenkapelle. Diese wurde auf Wunsch Roseggers gebaut und stellt ein Andenken an die Gefallenen Alpler im ersten Weltkrieg dar. 
Heldenkapelle

Von dort oben hatte ich eine unglaubliche Aussicht. Ich hörte den Bach rauchen, stand beinahe auf einer Ebende mit den Bergen gegenüber von mir, und sah sie anderen drei Häuser an der Straße an. Alpl, wo ich war, war ein sehr kleiner Ort. Aber die Ruhe, die ich dort erlangte, war unglaublich. 

Als Stadtmensch war es für mich sehr ungewohnt ich völliger Dunkelheit zu nächtigen. Ich war es gewohnt die Straßenbeleuchtung als Nachtlicht zu haben, so dass ich die erste Nacht etwas unruhig schlief.

 Der neue Tag startete mit einem sehr guten Frühstücksbuffet, welches mich stärkte für meine Wanderungen. 



Waldschulhaus










 




Als erstes besuchte ich das Waldschulhaus, welches Rosegger erbauen ließ. Ihm war wichtig, dass die Kinder in Alpl eine Schuldbildung erhielten. Nach jahrelangen Bemühungen war es ihm endlich gelungen, diese Schule zu errichten. Er selbst war dort nie als Lehrer tätig, doch wurde für ihn ein eigenens Zimmer im oberen Stock errichtet. Dort verweilte er, wenn er in Alpl war. 


Anschließend trieb es mich zum Kluppeneggerhof, wo der Heimatdichter aufgewachsen ist. Der Weg hinauf war für mich atmeraubend, einerseits aufgrund dem stillen und schönen Wald, aber andereseits weil ich mich auf seinen Spuren begab. Als ich sein Haus aus der Ferne erblickte, entlockte er mir ein Lächeln. 
Es war als ginge ich einer Geschichte, die real geworden ist. Nach all der Zeit, in der ich seine Werk "Als ich noch der Waldbauernbub gewesen" gelesen hatte, war es unbeschreiblich, als ich dort war. 
Dieses Gefühl war unglaublich. 
Kluppeneggerhof, Peter Roseggers zu Hause

Im Haus spürte ich den seiner Geschichte nach. Ich sah den Tisch, und dachte, dort ist er mit seiner Familie gesessen. Ich sah die Schwarzwälderuhr und erinnerte mich an die Erzählung "Ums Vaterwort". Ich sah das Kinderbett, in dem er als Säugling gelegen ist. 
Ich blickte aus einem der Fenster, aus der wohl auch Peter Rosegger einst geblickt hat... 
















Draußen genoß ich den Ausblick auf die Berge und sah in die Ferne. 


Meine Reise war nur sehr kurz, jedoch hat sie mich sehr bewegt. Ich bin ein Jahr später noch einmal hingefahren, denn ich hatte Sehnsucht nach diesem Ort. 
Ich bin sehr beeindruckt, was Peter Rosegger alles erreicht hat und bewundere ihn dafür. 

Peter Rosegger, Heimatdichter aus Alpl.










Montag, 4. April 2016

Reise nach Kirchberg am Wagram

Der Alchemistenpark 

 

Alchemistenpark, Eingang

 

Es war ein wunderschöner Morgen, als mein kleines Abenteuer began. Das Wetter war perfekt. Die Sonne strahlte und die Wolken strichen malerisch am blauen Himmel vorüber.
Ich fuhr nach Kirchberg am Wagram, zum Alchemistenpark. 



 

 
Während der Zugfahrt, dachte ich an das, was mich erwarten würde- das Unbekannte, denn ich war noch nie zuvor dort gewesen und noch weniger wusste ich über den Alchemistenpark. 
Die Alchemie ist zwar der Vorgänger unser heutigen Chemie, birgt sie doch einige Unterschiede. Schon früher hat mich die Alchemie gefesselt und neugierig gemacht.

Bei meiner Ankunft stand ich zunächst mal und starrte zwischen Feld, Gleis und Ort. Es gab keinerlei Beschilderung, die mir die Richtung vorgäben hätte können. Stattdessen musste ich auf mein GPS zurück greifen; ein Hoch auf die Moderne.
Ich ging die Bahnstraße entlang, während die warme Frühlingssonne in mein Gesicht schien. Den Weg ging ich hinauf zur Kirche, und am Marktplatz blieb ich einmal stehen. Wo war der Park?
Die Adresse war falsch und ich musste zunächst weitere Recherchen durch führen.

Also, es war schwer den Alchemistenpark zu finden! Ich fand eine andere Adresse, der ich beschloss nach zu gehen, bevor ich meiner Orientierlosigkeit nachgeben wollte.
Mit neuer Abenteuerlust ging ich Auf die Schanz  und folgte der Allee. Die Amseln und Meisen waren fröhliche Musikanten, die meine Wanderung begleiteten.

Bäume ragten, Blumen blühten und Bienen summten durchs Geäst
-  der Alchemistenpark!
Allerdings war er kleiner, als erwartet. Es war ein kleiner, idyllischer Schaugarten mit Bänken und Informationen.

So marschierte ich durch diesen, trat auf der anderen Seite nach draußen und spazierte neben dem Feld hinauf zu einem weißen Marterl. Eine Bank war daneben errichtet worden und dort beschloss ich mich hinzusetzten. 

Der Wind blies und die Natur offenbarte mir ihre eigene Musik. So verweilte ich, genoß meinen Proviant und blickte auf das Weinfeld hinaus; als plötzlich etwas vorüber huschte. 
Ein Feldhase! 
Es hoppelten einige dieser Löffler vorbei und fraßen Gras, wenn sie nicht gerade nach Gefahr Ausschau hielten. Es war vergnüglich ihnen zuzusehen.

 




Es war ein schönes Erlebnis; ruhig, idyllisch und





 









 

Sonntag, 27. März 2016

Aus meiner Kindheit - Osterfeuer



Ostersonntag. Es ist noch sehr früh; die Nacht trägt noch ihr dunkles Kleid, als ich mich auf den Weg zur Kirche mache. Ich ordne unterwegs meine Gedanken und erinnere mich an frühere Osterfeste. Welch kindliche Aufregung und Freude, die ich jetzt, als Erwachsene, nicht mehr auslebe, aber die immer noch in meiner Erinnerung inne wohnt.

Nicht lange und ich erreiche mein Ziel. Überrascht erkenne ich bei meiner Ankunft einen hellen Schein, in dem dunklen Morgen - ein kleines Osterfeuer! 
Das Knistern des Holzes und der bestimmte Geruch erfüllen mein Herz mit Nostalgie, so dass ich eine kleine Geschichte aus jener Zeit erzählen möchte, in der ich den Ernst der Welt noch nicht wahrgenommen habe. 


Die großen Feste wurden immer mit der Familie gefeiert. Mal im engeren Kreis, aber dann auch im großen. Zu letzteres fuhren wir ins Burgenland, wo meine Verwandschaft ist. Ich war noch ein kleines Kind, mit großer Fantasie und übermäßiger Tollheit, als es nun wieder einmal Ostern war.
Genau genommen war es Karsamstag. 

Nach dem köstlichen Essen meiner Großmutter und Großtante (sie kochten immer besondere Gerichte, wenn wir kamen), hob mein Onkel an, Holz zu sammeln. Ich wusste schon wofür- das alljährliche Osterfeuer! 
Unbedingt wollte ich mit und dabei sein. Meine Cousinnen ebenso, auch wenn wir alle keine große Hilfe waren. Wir sahen meinem Onkel zu, und hielten die abgeschnittenen Äste, die er von den Büschen am kleinen Bach nahm. Diese Äste wurden nicht zum Brennen genommen, sondern für eine ganz andere, wichtige Sache - dem Würstel braten. 
Das Brennholz wurde das ganze Jahr über bereits gesammelt, so dass wir nichts machen und nur Angst ums Wetter haben mussten. Denn es war immer ein Unglück, wenn es regnete und somit kein Feuer entfacht werden konnte. 
Den restlichen Nachmittag dachte ich an das Feuer. Als Kind war dies besonders spannend, denn wann durfte man so lange schon draußen bleiben, und das Nachts. Und dann gab es auch noch ein großes Feuer. Ja, als Kind nimmt diese Sachen doch anders wahr. 
Der Abend konnte nicht schnell genug kommen. Sobald die Sonne am dämmern war, marschierten wir zu unserem Garten, wo der Holzstappel angerichtet war. Mein Onkel, mit dem wir die Äste geholt hatten, entzündete auch das Feuer. Freude brach aus, als die erste Flamme empor stieg und immer größer wurde. Das Osterfeuer war prächtig!
Wir nahmen alle, die ganze Familie, einen Ast, spießten unser Würstchen (oder auch die Semmeln) auf und hielten sie über das Feuer. 
Dieser einfache Schmauß war herrlich und auf seine Art besonders gut. Auch die Stimmung war heiter und alle waren lustig drauf. 
Das Osterfeuer spendete Wärme und Licht. 
So feiert wir in die Osternacht hinein. 


Immer noch liebe ich diesen Brauch, auch wenn er umwelttechnisch umstritten ist. Aber es liegen so wunderbare Erinnerungen daran und das wohlige Gefühl des knisterten Feuers überwiegen.







Freitag, 25. März 2016

Der Osterspaziergang

"Vom Eise befreit sind Strom und Bäche
Durch des Frühlings holden, belebenden Blick, 
Im Tale grünet Hoffnungsglück [...]"


Dieses kleine Zitat stammt aus Goethes Faust I.
Dieser Monolog von Faust wird oft als "Osterspaziergang" bezeichnet, wobei es kein eigenständiges Gedicht ist. In dieser Szene wird sehr intensiv und herrlich die Welt um Faust beschrieben.
Er selbst blüht auf in diesem Frühling und alle negativen Gedanken sind vertrieben.



Der Osterpaziergang ist ein alter Brauch, der leicht in Vergessenheit geraten ist.
Nach den kalten und dunklen Wintermonaten, ist zu Ostern die warme Sonne wieder länger da und die Blumen und Bäume fangen zu blühen an.
Alles wird bunt und mild. Die Vogelgesänge hallen durch die Gegend.

So sind die Leute zum Ostersonntag hinaus in die Natur und spazieren gegangen.



Am Ostermontag gibt es den Emmausgang. Hier wird erinnert an die zwei Anhänger Jesu, die nach Emmas zogen, als sie das leere Grab fanden. Jesus war auferstanden, aber sie glaubten das nicht. Jesus begleitete sie auf ihren Weg, doch sie erkannten ihn erst, als sie ankamen.
Traditionell wird dieser Spaziergang mit Gebet und Gesang begleitet.









Sonntag, 6. März 2016

Wiener Bäckerumzug

 Osterdienstag, der Bäckeraufzug 


Vor den Stadtmauern Wiens fand 1683 die zweite Türkenbelagerung statt. Die tapfere Bäckerkompagnie verteidigt unerschütterlich die Löwelbastei, die von den Türken als Zauberhaufen genannt wurde. Sie konnten dieser Verteidigung nichts entegegen bringen und aus dieser Lage entstand ein fast vergessener Brauch in Wien. 
 
Der Bäckerumzug. 

 Dieser Brauch galt den Bäckern in Wien. 
Die Gesellen marschierten von Bäckerei zu Bäckerei, reichten den Meistern Wein an, um somit ihren Respekt und ihre Wertschätzung zu demonstrieren. 

Es wurde bis zur Hofburg marschiert und es gab einen Ehrentrunk für die königliche Familie und die Bürgermeisterwohnungung, samt Spruch. 

Dieser Marsch fand als richtig großer Festumzug statt, der sechs Stunden dauerte.
Die Bäckergesellen trugen einen franzblauen Frack und perlgrauen Beinkleider mit weißen Strümpfen. Am Kopf setzten sie einen dreispitzigen Hut auf und waren mit einem Degen bewaffnet. 
Es gab zwei Becherträger und drei Fahnenträger, mit goldener Scharpe und goldbortierte Hüte mit Federbüschen. 
Insgesamt waren es zwei Truppen, die von einer Kavallerie begleitet wurden. 

Der Bäckerumzug endete mit Tanz und Schmauß auf der Herberge. 


Bis 1628 fand der Aufzug am Ostermontag statt, später ging er dann auf den Osterdienstag über. 
Ab 1710 wurde er mehrfach aufgezogen. 
Ab 1809 oder 1811 unterblieb diese wiener Tradition. Es fanden die Franzosenkriege statt und aufgrund der Teuerungen blieb das Geld dafür aus. 

 Einmal fand der Bäckeraufzug nochmal statt, nämlich 1848 zu Eheren der Universität. 

Heute jedoch ist dieser Brauch in Vergessenheit geraten, jedoch erinnert eine Gedenktafel in der Löwelgasse an jenes Ereignis, woraus der Bäckerumzug entstanden ist. 



Ich fand es sehr aufregend, diesen alten Brauch zu entdecken. Es wäre schön ihn wieder auf leben zu lassen, so dass wieder etwas Tradition in die große Stadt Wien einkehren würde. 













 

Donnerstag, 31. Dezember 2015

Silvester

Altjahresabend 

 

 

Es ist jedes Jahr daran, auch ein Ende zu haben. Das neue Jahr beginnt, und man blickt noch einmal zurück, was war. Man denkt darüber nach, was kommen wird und was passieren soll. 
Diese eine Nacht des Jahres hat etwas Besonderes, da man sich der Vergangenheit und der Zukunft widmet- man findet sich genau dazwischen. 

Der Name "Silvester" kommt vom Papst Silvester I., der an diesem Tag starb. Beleg für Feierlichkeiten in dieser Nacht gibt es bereits 150 v. Chr. in Rom und auch bei den Germanen soll es traditionelle Feuerfeste gegeben haben.

 Daher kommen sehr viele Tradition sowie sehr viel Aberglaube, die dieser besonderen Rauhnacht gewidmet wurden bzw heute noch eingehalten werden. 

 Ein sehr bekannter und auch vertrauter Brauch ist das Feuerwerk. Jeder kennt die schönen, bunter Lichter am Nachthimmel. Sie sind ein sehr ansehlicher Brauch mit ihren zahlreichen Farben und Formen. 
Den lauten Knall, den das Schwarzpulver verursacht, haben den alten Brauch, dass sie die bösen Geister vertreiben sollen. Lärm ist in den Rauhnächten (und auch in anderem Brauchtum) oft ein Mittel, um das Böse zu "verschrecken" und dem Guten damit Platz zu machen.

Aus diesem Grund ist es auch Tradition, dass die Glocken ertönen. In Wien wird um Mitternacht die Pummerin geläutet.

In der Silvesternacht soll man die Zukunft deuten können, wie bei anderen Rauhnächten auch. Daher kommt der Brauch des Bleigießen. Man schmilz Figuren aus Blei in einem Löffel, der über eine Kerze gehalten wird, und wenn es flüssig genug ist, wirft man es in kaltes Wasser. 
Die Formen, die daraus entstehen, sollen die Zukunft für das kommende Jahr deuten. 



Zu Silvester hat sich einiger Aberglaube gesammelt. Zum einen sei es ein schlechtes Zeichen, wenn man sie Wäsche aufhängt, so würden böse Geister 'eingefangen' werden und jemand würde im nächsten Jahr sterben.
Man sollte auch kein Huhn oder keine Gans verärgern, denn die würden mit dem Glück wegfliegen.


Es ist eine traditionelle Gäste, sich einen "Guten Rutsch" zu wünschen und mit einem Glas Sekt um Mitternacht anzustoßen.



Sonntag, 6. Dezember 2015

Knecht Ruprecht

 

 

"Habt guten Abend, alt und jung, 

Bin allen wohl bekannt genung. 

Von drauß' vom Walde komm ich her,
Ich muss euch sagen, es weihnachtet sehr!"

 

 Weit bekannt ist das Gedicht von Theodor Sturm und doch ist Knecht Ruprecht stark in den Hintergrund geraten.
Wenige wissen noch, welche Rolle er in der kalten Zeit des Advents hatte. 




 Der Name Knecht Ruprecht leitet sich ab von "rauhe Percht". Man erkennt in diesen bereits die Verbindung zu alpenländischen Brauchtum. 
Frau Percht und die Wilde Jadg treiben sich in den eisigen Rauhnächten umher und in den Alpen findet man viele Bräuche, um diese zu vertreiben. 


Knecht Ruprecht wurde im Mittelalter für die Kindererziehung benutzt, denn er galt als Kinderschreck. Es gab verschiedene Bilder und Bezeichnungen, um die Kinder zu ängstigen und somit gehorsam zu machen. Mit einem Sack oder einem Korb bewaffnet zogen diese Schreckgestalten umher und schnappten sich die Kinder. 



Im Gegensatz zum Heiligen Nikolaus war Knecht Rupecht Beschenker und Bestrafer zu gleich in einer Person. Doch mit der Zeit wurde aus ihm der "Knecht" vom Nikolo, und wird oft neben diesem gesehen indem er den Korb trägt. 


Der Nikolo ist ein hellgekleideter Mann, dessen Helligkeit die dunkle Zeit zum Strahlen bringt- anders zu seinem Knecht. 
Knecht Ruprecht trägt eine schwarze Kutte und hält einen Wanderstab oder eine Rute. Auf seinem Rücken trägt er einen Korb mit Mandarinen, Lebkuchen, Nüssen und Schokolade. 
Die Rute ist gedacht für die unartigen Kindern und kommt der Rolle des Krampus damit sehr nahe- doch liegen Welten zwischen ihnen.
Knecht Ruprecht (Perchtenlauf NÖ)


In Storms Gedicht wird Ruprecht als Gehilfe des Christkindes gestellt, der am Vorabende herum zieht. Dabei hält er Ausschau nach guten und nach unartigen Kindern.
Die Kinder, die brav gewesen, werden beschenkt- das Christkind kommt dann mit einer größeren Gabe. 
Die Kinder, die schlimm gewesen, werden bestraft- dafür hat er seine Rute bei der Hand. 


Heute findet man Knecht Ruprecht in Begleitung des Nikolos, oder auch unter Teufeln und Krampusse im Perchtenlauf.