Griaß eich!

Dienstag, 18. März 2014

Aus der Kindheit - Laternenfest

November's Laternenzeit!


Aus meiner Kindheit gibt es kaum Erinnerungen an diversen Bräuchen; und genau darum soll es hier gehen: Meine Erinnerungsfetzen aus der Kindheit! 


Die meisten "Bräuche", an die ich mich erinnern kann, liegen an Zeiten zurück, in denen ich das Lesen und Schreiben noch nicht beherrschte- die Kindergartenzeit. 
Heutzutage findet man immer noch besondere Anlässe und Traditionen im Kindergarten.

Eines davon ist das Laternenfest. 

Wer erinnert sich nicht, an die selbstgebastelten Papierkerzenhalter, die von innen heraus leuchten und Helligeit schenken. Mit einem dünnen Holzstecken festgemacht, wird das Licht getragen und dabei einfache Lieder gesungen? Einige sind immer noch tief in uns verankert, wie:

"Ich geh mit meiner Laterne, und meine Laterne mit mir. 
Da oben leuchten die Sterne und da unten leuchten wir.
Das Licht geht aus, wie gehen nach Haus, 

rabimmel rabammel rabumm. [...]"


Für Kinder ist es ein ganze Besonderes Erlebnis; sie können ihre selbstgemachten Laternen presentieren und werden dafür gelobt.  
Die Laternen haben verschiedene Formen und Muster. Es werden Transparente und Karton verwendet, doch eigentlich können sie ganz nach eigener Kreativität gebastelt werden. 

Das gemeinsame Gehen und Singen mit den anderen fördert ihre Gemeinschaft, da sie etwas teilen und verbinden. Sie gleiche Freude, Aufregung und Anstregung, was sie gemeinsam haben. Die dunkle Jahreszeit steht bevor, doch mit der ganzen Gruppe stellt man sich mit hellen Licht dagegen.

Der Winter steht vor der Tür, klopft mit eisiger Faust und bläst Schnee über die ganze Welt. Doch das Licht kann er nicht bezwingen, welches uns in der dunklen Zeit wärmt und behütet. 

Gefeiert wird das Laternenfest im November, dem 11., am Namenstag von Martin und daher hat es auch seinen Ursprung: 

Martin war der Sohn eines Offiziers, aber sobald er konnte entsagte er dem Militärsdienst. Martin schloss sich der christlichen Gemein an und wurde in späteren Jahren Bischof. Martin wurde heilig gesprochen und noch heute findet man nach ihm benannte Kirchen und Klöster. 
Bekannt wurde er durch seine guten Taten und seine bemerkenswerte Hilfsbereitschaft, vorallem berühmt ist für die Mantelgeschichte: 
Als Martin mit seinemPferd zu Wege war, kam er an einem Bettelmann vorbei, der vor Kälte schmerzlich zitterte. Da riss er seinen Mantel in zwei Hälften und die eine bekam der Bettler, die andere  behielt er für sich. Später im Traum sei ihm der Bettelman erschienen, doch nicht mehr als armer Mann, sondern als Jesus Christus! 

Neben dem Laternenfest gibt es auch noch andere Bräuche, die zum Martinstag stattfinden:

Eine sehr bekannte Tradition ist das Martinigansel essen. 
Laut Überlieferung habe sich Martin in einem Gänsestall versteckt, doch diese haben ihn mit ihren lauten Rufen verraten haben. 
(Auch wenn es ein Festessen ist, sollte man sehen, woher die Gänse kommen und ob sie ein artgerechtes Leben geführt haben.)

Ein weiteres Elebnis ist das Martinsfeuer. Es wird vor dem Umzug angezündet und die Kinder tanzen und lachen drum herum. Das Feuer soll ein Freudenfeuer sein und der Sonne gedenken, die nun immer schneller schwindet. Der Ursprung wird in der Übernahme des Wintersonnenwendfestes der Germanen vermutet. Anders wird auch geglaubt, dass man mit dem Feuer dem Sommer einen Abschied bereitet. 

Es gibt noch weitere Bräuche, wie das Martinwecken, ein Gebäck, welches nach dem Umzug an die Kinder verteilt wird, und das Pelz- oder auch Nussmärtel, welcher Geschenke bringt. Der Pelzmärtel ist nicht nur am Martinstag am Arbeiten, sondern scheint auch ein Begleiter des Nikolaus zu sein im Dezember.

Ich erinnere mich, wie ich mit allen Kindern aus der Gruppe stand und die Lieder sang, während unsere Eltern gespannt zuhörten und lächelnd zusahen. Das Licht breitete Schatten aus und zeigte uns, wohin wir mit unsere Füße traten. Das letzte Fest erlebte ich bei meiner kleinen Schwester, und ihr ging es wohl auch so, wie mir zu jener Zeit. Wenn nicht, weiß ich wenigstens, wie es unseren Eltern ergangen ist, denn so erging es auch mir. 



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen