Vor den Stadtmauern Wiens fand 1683 die zweite Türkenbelagerung statt. Die tapfere Bäckerkompagnie verteidigt unerschütterlich die Löwelbastei, die von den Türken als Zauberhaufen genannt wurde. Sie konnten dieser Verteidigung nichts entegegen bringen und aus dieser Lage entstand ein fast vergessener Brauch in Wien.
Der Bäckerumzug.
Dieser Brauch galt den Bäckern in Wien.
Die Gesellen marschierten von Bäckerei zu Bäckerei, reichten den Meistern Wein an, um somit ihren Respekt und ihre Wertschätzung zu demonstrieren.
Es wurde bis zur Hofburg marschiert und es gab einen Ehrentrunk für die königliche Familie und die Bürgermeisterwohnungung, samt Spruch.
Dieser Marsch fand als richtig großer Festumzug statt, der sechs Stunden dauerte.
Die Bäckergesellen trugen einen franzblauen Frack und perlgrauen Beinkleider mit weißen Strümpfen. Am Kopf setzten sie einen dreispitzigen Hut auf und waren mit einem Degen bewaffnet.
Es gab zwei Becherträger und drei Fahnenträger, mit goldener Scharpe und goldbortierte Hüte mit Federbüschen.
Insgesamt waren es zwei Truppen, die von einer Kavallerie begleitet wurden.
Der Bäckerumzug endete mit Tanz und Schmauß auf der Herberge.
Bis 1628 fand der Aufzug am Ostermontag statt, später ging er dann auf den Osterdienstag über.
Ab 1710 wurde er mehrfach aufgezogen.
Ab 1809 oder 1811 unterblieb diese wiener Tradition. Es fanden die Franzosenkriege statt und aufgrund der Teuerungen blieb das Geld dafür aus.
Einmal fand der Bäckeraufzug nochmal statt, nämlich 1848 zu Eheren der Universität.
Heute jedoch ist dieser Brauch in Vergessenheit geraten, jedoch erinnert eine Gedenktafel in der Löwelgasse an jenes Ereignis, woraus der Bäckerumzug entstanden ist.
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