Wer anklopft, dem wird aufgetan
Der Tau, der in der Pfingstnacht entsteht, soll vor Sommersprossen und vor Verhexungen schützen. Diesen Tau spricht man besondere Kräfte in der Heilung zu.
Außerdem gibt es eine Möglichkeit des Abwehrzaubers in der Nacht von Pfingstsonntag auf Pfingstmontag. Man schützt sich, indem man Schnabernack treibt, wie Gegenstände verstellen- Streiche spielen ist in dieser Nacht "erlaubt".
Zu Pfingsten wird eine Art Erntedankfest gefeiert.
Entweder es entstand wegen der biblischen Geschehnissen oder aufgrund des Frühlingseinzuges.
Bräuche gibt es in der Zeit allerdings wenige...
Die meisten hier Traditionen stammen aus der vorchristlichen Zeit, die eine rituelle Ablöse des Winters darstellten. Hier, heidnische Bräuche umgestalltet und auch verlegt.
- Pfingstreiter -
Das Heerenschauen wurde ursprünglich im Antiken Rom abgehalten und fand am 1. März statt, als die warme Jahreszeit anfing. In den nördlichen Alpen wurde es am 1. Mai gefeirt, wegen des später eintretenden Frühlings.
Für die Kirche stellte der Zeitpunkt ein Probelm da, wegen Walpurgis. So wurde das Fest auf Pfingsten verschoben; es war in nächster Nähe und frei.
Da es in der Kirche auch mit den damit verbundenen Turnieren Schwierigkeiten gab, entstanden daraus Umritte bzw. Reiterprozessionen.
- Heuscheumgang -
Der Latzmann, oder auch Pfingstl oder Pfingstquack genannt ist eingehüllt in Stroh (beim Latzmann) oder in anderen Orten mit pflanzlichen Grün wie Nadelbaumzweigen (beim Pfingstl). Es wandert von Haus zu Haus und bittet um Gaben, so wird er als ungläubiger Heide dargestellt, der, wenn er sein Kleid auszieht, wieder zu seiner Gemeinde zurückkehren kann.
Diese Handlung wird auch auf Jesus bezogen mit den Worten:
"Wer bittet, dem wird gegeben; wer suchet,
der findet; wer anklopft, dem wird aufgetan"
-In der Kirche -
Das Pfingstfeuer stellt das Symbol des Heiligen Geistes dar.
Hier werden aus dem "Heiliggeistloch" brennende Wergflocken (Werg=nieder Faserqualität) auf die Kirchenbesucher fallen gelassen. Es soll vor Unwetter schützen.
In Wohnstuben werden auch "Pfingstkerzen" angezündet, die dasselbe Symbol tragen.
Wasser spielt nicht nur zu Ostern eine wichtige Rolle, sondern auch zu Pfingsten. Es soll in der Zeit über Segenskraft verfügen, weshalb sich einige Wasserbräuche gebildet.
Der Pfingstlümmel, oder -prützlig, oder -blüttlig isr ein junger Bursche oder eine Puppe aus Stroh, Tannenzweigen und Moos. Er wird zum Dorfbrunnen gebracht und ins Wasser getaucht.
- Pfingstbrunnenfeste -
Brunnen werden mit Blumen und Birkenstämmen mit bunten Bändern und Ketten aus ausgeblasenen Eiern beschmückt werden. Auch Häuser und Kirchen und Ställe (auch Autos) werden verziehrt. Dabei wird auch eine Pfingst- oder Maikönigin gekürt.
- Fest der Hirten -
Das Vieh wird zu Pfingsten zum ersten Mal ausgetrieben und wird deshalb auch als "Fest der Hirten" genannt.
Die Burschen werden in Laub gekleidet und herumgeführt, es sind die sog. Pfingstlümmel und stellen Wachstumsgeister dar.
Die "Pfingstochsen" werden mit einem Kranz beschmückt und im Dorf herumgeführt. Bis in 19. Jahrhundert wurde es auch geschlachtet.
- Vegetationsgott -
Abgesehen von der Kirche, wird Pfingsten gefeiert, um Wachstum und Fruchtbarkeit zu beschwören. Es wird ein Vegetationsgott gefeiert, indem man den Pfingstgestalten Baumformen gibt.
In der Schweiz wird stundenlang mit zwei Helfern jemand in Buchenblätter und -zweige gekleidet, der "Pfeistsprutz" oder "Pfingstprützlig". Er stellt den Vegetationsgott dar und peitscht Wasser aus dem Brunnen und bespritzt die Umstehenden damit. Solcherlei Bräuche finden sich in lokal begrenzten Orten.
Pfingsten ist eine Zeit, bei der man allerlei Unterschiedliches feiern kann. Ob jetzt in der Kirche oder in der Natur, es gibt verschiedene Bräuche und Feste.
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