Griaß eich!

Sonntag, 13. April 2014

Aprilschicken

"Jetzt bist in den April g'schickt wordn"


Wer kennt es, wenn man um etwas Seltsames zu holen gebeten wird? Und ist es schon passiert, dass gelacht wurde, wenn man um das bat?
"Jetzt bist in den April g'schickt worden!"

Jemanden in den April schicken ist ein lustiger Streich. Dabei wird jemanden im engeren Umkreis gebeten eine unmöglich reale Sache zu besorgen, zum Beispiel eine Hühnersuppensalbe oder Mückenfettkraut etc. So sagt man, man wurde in den April geschickt. Oftmals fallen leichtgläubige Angehörige dieses Brauches zum Opfer.
Aber nicht nur solche Streiche werden gerne durchgeführt am 1. April. Es werden auch bevrorzugt kleine Lügen und Geschichten erzählt, die denjenigen ärgern oder erschrecken sollen.

Aprilschicken ist ein alter Brauch, der erstmals in Bayern um 1618 überliefert wurde und durch europäische Auswanderer gelangte es auch nach Nordamerika. Aber vermutlich liegt der Brauch schon viel früher zu Grunde, wurde aber nicht beschrieben.
Der Begriff "Aprilscherz" wurde allerdings erst im 19. Jahrhundert geprägt.

Der 1. April, oder auch Unglückstag genannt, hat eine besondere Bedeutung, aber woher diese kommt, ist nicht ganz geklärt.
Eine Theorie ist, dass der erste April von Frankreich nach Deutschland kam. Karl IX. hat den Neujahrstag 1564 vom ersten April auf den ersten Januar gelegt und wer das vergaß, traf die Vorbereitungen umsonst.

Anders kann der Urpsrung daher kommen, dass am 1. April 1530 der römische Narrentag oder auch der Augsburger Reichtag lag. An diesem Tag wurde das Münzwesen geregelt, aber schließlich wurde der Termin doch verschoben. Es wurde aber ein besonderes Münzwesen ausgeschrieben, doch dann fand dieser gar nicht statt und unzählige Leute verloren ihr Geld. Dafür wurden sie sogar noch ausgelacht.

Einfach hergeleitet kann der Aprilscherz auch daher, dass das Wetter im April unbeständig und unvorhersehbar ist. So auch der Spruch: der April macht was er will.
Es gibt einige solcher Theorien über den Ursprungs des ersten Aprils. 

Auch ich durfte beinahe jemanden in den Aprilschicken...
Ich hatte meine Mutter über diesen Brauch ausgefragt. Auch bei ihr im Burgendland wurden Leute in den April geschickt, sie kam auch oft zum Zuge. Also sprachen wir belanglos über das Thema am 1. April, und dann bat ich sie um etwas.
Ich bat sie, eine Hühnersuppensalbe aus der Apotheke zu besorgen.


Zuerst verstand sie nicht, was ich sage und wollte, dass ich es ihr auch aufschreibe. Dann musste ich anfangen zu lachen und nun verstand sie.
Peter Rosegger brachte mich zu diesen Brauch. In einem seiner unzählien Werke schrieb er auch übers Aprilschicken und so dachte ich länger darüber nach. Ausporbieren wollte ich es unbedingt.


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen