Griaß eich!

Montag, 31. März 2014

A Kappn, a Glockn

Der Glöcklerlauf 

 

Dann läuten die Glocken, 
sie kommen wie Flocken, 
tanzen mit ihrer Hütenpracht, 
die Glöckler erhellen die Nacht. 


Der Glöcklerlauf ist ein Brauch, der für mich zu den schönsten gehört, die ich bis jetzt gesehen habe. Es war auch der erste, den ich vor Ort besucht und erlebt habe, und somit ist der Glöcklerlauf etwas ganz Besonderes für mich. 

In den dunklen Zeiten der Rauhnächte, wo Dämonen und Hexen und alles Übernatürliche lauern und auf unschuldige Menschen warten, wird das Ende mit einem außergewöhnlichen Fest gefeiert- dem Glöcklerlauf. 


Bei den Glöcklern handelt es sich um Schönperchte und guten Lichtgeistern, die in der letzten Rauhnacht mit viel Lärm umherlaufen, die bösen Geister vertreiben und die guten hervorgelockt werden, sodass der Frühling sich bald zeigt.

Der Name leitet sich von dem Wort "klöckeln" ab, sowie anklopfen, was in den Rauhnächten eine besondere Bedeutung hat. Dahinter verbirgt sich aber auch der Ursprung dieses Brauches: 

Der Glöcklerlauf entstand in dem Ort Ebensee, im Salzkammergut. Im 19 Jahrhundert verloren 900 Holzknechte ihre Arbeit und standen vor dem Nichts. Holz wurde nämlich durch Kohle als Energielieferant ersetzt und außerdem entstand durch die Eisenbahn neue Wege des Transportes.
So zogen die Holzknechte von Haus zu Haus um Geld; dabei enstand der heutige Glöcklerlauf. 


Die Glöckler sind in sogenannten Passen unterteilt. Die Läufer tragen die bis zu 15 kg schweren Kappen auf ihren Köpfen, wurden allerdings um ihren Oberkörper befestigt. An ihren Hüften hängen die verschiedensten Glocken, die den erwünschten Lärm mit sich bringen.
Die Kappe besteht aus einem Muster, das selbst gemacht wurde und niemals zweimal verwendet wird, und dem darunterliegendem Holzgestell. Mehrere Kerzen werden an dem Gestell gut befestigt, so dass die Kappen von innen heraus leuchten.



Ebensee

2013 fuhr ich mit meiner kleinen Schwester nach Ebensee, um diesen Brauch erleben zu können. Die Reise hin war lange, es dauerte drei Stunden, aber die wunderschöne Natur verkürzte die Zeit. 
Es war ein milder Wintertag und es lag kaum Schnee, es nieselte höchstens. Ebensee war ein schöner Ort; ich atmete die frische Luft ein. Der Nebel hing geheimnisvoll über die Berge.

Das Höllengebirge befand sich genau vor uns. Nach einer Sage nach habe der Teufel eine Bäckersfrau entführen wollen, da sie böse war. Aber sie wehrte sich so sehr, dass der Teufel sie über dem Höllgebirge aus den Armen verlor und sie direkt in die Hölle fiel. 

Zu der Zeit hatte es stark geregnet und es war leichtes Hochwasser. Am Traunsee konnte man es erkennen, da das Wasser sehr über den Rand ging.
 

Kapelle am Kalvarienberg
Als es Abend wurde, standen wir zwei an der Traunseebrücke. Es hatten sich eine Menge Leuten versammelt, die alle aus dem einen Grund da waren- der Glöcklerlauf.
Zuerst wurden bei der Kapelle am Kalvarienberg Feuerwerke und Böller abgeschoßen, und um 18 Uhr verdunkelte sich die Stadt. Alle Lichter wurden abgedreht, nur vereinzelte Fenster blieben hell. 


An der Traunseebrücke


  Und dann, aus der Ferne ertönten die ersten Glöckler. Sie liefen in einer Reihe und dann wieder im Kreis, und zogen schließlich weiter.  Es war so laut, dass ich meine kleine Schwester kaum verstand. 
Die Lichter funkelten an der schwarzen Oberfläche der Traun und verzauberten die Winternacht.  
Immer wieder traten aus der Passe Mitglieder mit Säcken, die eine kleine Spende entgegen nahmen. Das Geld wird für den Verein, der der Passe angehört, verwendet. 

Als die Glöckler aus unserer Sicht entwichen waren, stärkten und wärmten wir uns mit frischen Glöcklerkrapfen und Punsch. Die Krapfen schmeckten mir besonders gut!

Vor unserer Unterkunft ging der Glöcklerlauf weiter, denn die Glöckler rannten durch die ganze Ortschaft. Wir waren in den äußeren Teilen und doch hörten wir die Glocken noch bis in die tiefe Nacht hinein.

Am nächsten Tag besuchten meine Schwester und ich noch sämtliche Einrichtungen, in denen man die Kappen genau betrachten konnten- es gab Austellungen. So konnte ich die beeindruckenden Kappen nocheinmal betrachten. 


 




 Der Glöcklerlauf war für mich etwas ganz Besonderes. Es ist einer der schönsten und bestimmt auch anstrengensten Bräuche, die es gibt.











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